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Grillen rund um die Welt

Welche Geschmäcker man dem Feuer außerhalb Europas entlockt

Wer sich das Grillen nur mit einer kalten Flasche Bier in der Hand im heimischen Garten vorstellen kann, wird überrascht sein, was andere Kulturen aus der feurigen Zubereitungsart machen. Ganz nach dem Motto „Andere Länder, andere Sitten“ ist Grillen nämlich auf keinen Fall überall das gleiche. Bei der Zubereitung über dem Feuer handelt es sich schließlich um die älteste Form des Kochens – auch wenn Holz und Kohle heute oft durch den Gasgrill ersetzt werden.

Welche Tricks und Kniffe sich der Deutsche vielleicht aus anderen Kulturen abschauen kann, welche Spezialitäten jenseits der Weltmeere auf den Tellern landen und vielleicht auch was wir in Sachen Grillkultur lernen können, möchten wir Dir in diesem kurzen Beitrag vorstellen!

Grillen rund um die Welt

Grillen rund um die Welt

Südamerika – Argentinische Steaks als Qualitätsmerkmal

Wenn die Kunde von kulinarischen Genüssen sogar den Atlantik überquert, ist dies meist ein sicherer Indikator für vortreffliche Speisen. Vor allem, wenn es um Fleisch geht. Tatsächlich steht das argentinische Steak und das Steak Grillen in Deutschland mittlerweile für einen solchen Hochgenuss in Sachen des Fleisches, sodass viele Grill- und Steakhäuser mit ihren argentinischen Wurzeln werben.

Den Ursprung hat dieser Hype um das argentinische Steak natürlich in Argentinien. Dort wurde und wird Rinderzucht in großem Stil betrieben. Kein Wunder also, dass Rind dort entsprechend oft auch auf dem Speiseplan stand. Die Argentinier kamen also praktisch nicht umher, Meister in der Zubereitung des vielseitigen Rindfleisches zu werden. Zwar sieht man den Gasgrill auch dort immer öfter, jedoch bevorzugen viele Menschen aus diesem südamerikanischen Land noch immer das Braten und Grillen über offenem Holzfeuer.

Bezeichnend für die argentinische Grillkultur ist das Asado. Dabei handelt es sich um eine Festspeise, die vornehmlich aus Rind besteht. Regional kann diese aber auch aus Lamm, Schwein, Ziege, Schaf oder Geflügel bestehen. Das Fleisch wird dabei auf Spießen oder zwischen Rahmen eingeklemmt schräg über dem Feuer platziert. Danach wird es dort über mehrere Stunden hinweg langsam gegart. Das Asado ist zwar eine feierliche aber keine sehr formelle Veranstaltung, bei der Freunde oder Familie mehrere Male im Monat zusammenkommen.

Sparerips BBQ

Sparerips BBQ

Nordamerika – Grillkultur als Lebensgefühl

Viele Leute, die an das Grillen außerhalb der eigenen vier Wände denken, kommen zunächst einmal auf Nordamerika. Und das zu Recht! Kaum ein Land bietet eine so vielseitige und ausgeprägte Grillkultur wie die USA. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass viele erstklassige Hersteller von Gasgrill und Co. Ihren Sitz in den Staaten haben. In Staaten wie Texas, in denen Fleischzubereitung über offenem Feuer einen ganz besonderen Stellenwert hat, gibt es sogar Reisepläne, die Touristen an den größten und besten Hochburgen der Grillkunst vorbeiziehen lassen.

Ganz besonders beliebt in den USA ist das Barbecue: Was hierzulande oft synonym als Bezeichnung für das Grillfest benutzt wird ist dort eine feste Institution, die aus genau definierten Speisen besteht. Mit kleinen regionalen Abweichungen findet man beim traditionellen Barbecue vor allem Spare Ribs, Pulled Pork und Beef Brisket. Dazu werden Salate, gebutterte Maiskolben und andere Leckereien gereicht. Nur die Wurst findet man dort nicht allzu oft auf dem Grillrost.

Da vor allem im Süden die Viehzucht noch immer in großem Maße betrieben wird, kann man als Tourist kaum um den Duft gegrillter Speisen herumkommen. Schlussendlich zeichnen sich die Amerikaner auch durch große Experimentierfreude und einen gesunden Sinn für Wettbewerbe aus: Immer neue Formen des Grillens tauchen jedes Jahr dort auf und Hersteller treiben sich durch zahlreiche Gasgrill Wettkämpfe zu immer neuen Innovationen. So ist auch der Smoker, der erst seit einigen Jahren hier in Deutschland Fuß gefasst hat, dort bereits seit Jahrzehnten etabliert.

Amerikanisches BBQ

Amerikanisches BBQ

Asien – Korea, Japan, Philippinen: Die unterschiedlichen Grillkulturen asiatischer Länder

Man sollte meinen, dass so viele Kulturen auf engem Raum auch ähnliche kulinarische Ausprägungen annehmen. Doch obwohl sich viele dieser Länder vergleichsweise nah beieinander befinden, könnten Grill- und Essenskultur nicht unterschiedlicher sein.

Aus Korea stammt beispielweise das Korean BBQ, also das koreanische Barbecue. Dieses Format hat international so viele Fans gefunden, dass man auch in Deutschland zahlreiche Restaurants und Grillhäuser findet, die in diesem Stil arbeiten. Der Besuch dieser Grillhäuser, die einen eingebauten Holzkohlegrill an jedem Tisch haben, ist ein besonderes Erlebnis. Hier kann man sich das frische Fleisch oder den frischen Fisch gleich selbst zubereiten. Gewürze, Saucen und Beilagen werden natürlich dazu gereicht.

Wer direkt an den „heißen Stein“ beim Argentinier oder einem anderen Steakhaus denkt, liegt gar nicht so verkehrt. Beim Korean BBQ wird jedoch ausschließlich so gegrillt. Das bedeutet auch, dass die gesamte Küche auf diese Zubereitungsart ausgerichtet ist, was sich im vortrefflichen Geschmack der dortigen Speisen widerspiegelt.

In Japan gibt es spezialisierte Grillhäuser, die trotz des ursprünglichen oder besser urtümlichen Anstriches, mit dem wir Deutsche das Grillen immer verbinden, eher zu der gehobenen Küche des Landes gehören.

Asiatisches Barbecue

Asiatisches Barbecue

Das gibt es hier alles an Gaumenfreuden

Besonders beliebt sind natürlich die Yakitori Spieße, die man nicht ohne Grund auch hierzulande auf jeder japanischen Speisekarte vorfindet. Diese leckeren Hühnerspieße werden traditionell über dem Holzkohle- oder Gasgrill zubereitet und können als Street- und Fingerfood oder auch als hochklassige Restaurant-Speise serviert werden. Meist werden diese Spieße mit einer leckeren Sauce aus Reiswein, Soja und Zucker überzogen. Auch die knackfrischen Frühlingszwiebeln dürfen nicht fehlen.

Auf den Philippinen findet man das krasse Gegenstück zur japanischen Grillküche – obwohl es hier ebenso sehr um das Grillen geht. Gegrilltes Fleisch zählt hier zum absoluten Street Food, das in kleinen Buden an vielen Straßenecken erworben und noch vor Ort zubereitet wird. In manchen Teilen der größeren Städte reihen sich diese Buden zu ganzen Vierteln zusammen.

Gesprächige Mitarbeiter werben dabei auf der angrenzenden Straße um die Gunst der Passanten. Serviert wird neben dem frischen Fleisch Reis und eine saure Sojasauce, die ausgezeichnet zur Speise passt. Das rege Treiben auf engem Raum ist bezeichnend für die gastfreundliche Inselnation im südlichen Asien.

Afrika – Allabendliche gesellschaftliche Zusammenkunft beim südafrikanischen Braai

Selbst im fernen Afrika findet man eine ausgeprägte Grillkultur. Am bezeichnensten ist hier das Grillen in einer geselligen Runde, das allgemeinhin als Braai bezeichnet wird. Verschiedene Fleischspezialitäten werden dabei zwischen zwei Gitter geklemmt und anschließend über der heißen Kohleglut aufgehängt. Dies geschieht meist im großen Rahmen, weswegen man häufig öffentliche Braaistellen in Dörfern und im Umland von Städten findet.

Viele dieser öffentlichen Grill-Events laden auch direkt zum Mitmachen ein: Fremde und Touristen werden freundlich aufgefordert, sich dazuzugesellen. Hier spricht man dann vom „Bring & Braai“, da jeder seine eigenen Speisen mitbringt, die dann gemeinsam verzehrt werden.

Typische Fleischsorten sind hier Rind, Lamm und Geflügel. Doch auch exotische Eiweiße wie Kudu-, Springbock- oder Straußenfleisch findet man dort zwischen den Grillgittern. An den Küsten findet man natürlich vergleichsweise viel frischen Fisch. Ein ganz besonderes Gericht stellt dort die burische Boerewors dar. Mit einem Namen, der noch aus den Kolonialzeiten stammt, könnte man diese schlicht mit „Bauernwurst“ übersetzen. Bezeichnend für diese geringelte Wurst ist die Verwendung von Koriander, der dem Fleisch eine exotische Note gibt.

Ein Trend, der dort schon seit Jahrzehnten vorherrscht, ist das Grillen über Kameldornbaumholz. Die Glut dieses Holzes hält sich extrem lange; länger noch als so manch ein Brikett, das man hierzulande erwerben kann. Die Bevölkerung schätzt dieses Holz vor allem, weil die lange Brennzeit viel Gelegenheit für freundliches Beisammensein und Plaudereien bildet.

Australien – Grillen als öffentliches Freizeitspektakel

Schaut man in die privaten Hinterhöfe zahlreicher Häuser, findet man nur selten Freundesgruppen oder Nachbarn am Gasgrill. Sollte der Trubel um das leckere, gegrillte Fleisch an den Menschen aus Down Under etwa vorbeigegangen sein? Nein!

Grillen ist in Australien zwar auch etwas, das man ab und an in Gärten und hinter dem Haus sieht und abhält. Vor allem wartet Australien aber mit einer enormen Anzahl öffentlicher Grillplätze aus. Kein noch so kleines Dorf und erst recht kein Ort, der sich Stadt nennen will, wird ohne gleich mehrere dieser Einrichtungen auskommen.

Mancherorts muss man sich dabei für die Benutzung lediglich in eine Liste eintragen. Manchmal genügt wiederum ein Anruf bei der Verwaltung und in manchen Fällen beansprucht einfach der den Grill, der zuerst da ist. Unstimmigkeiten gibt es dort selten, da einerseits viele dieser öffentlichen Grills vorhanden sind. Andererseits wird kein Australier Nein sagen, wenn man sich mit leckerem Fleisch und einem kühlen Bier an das Grillfeuer dazusetzen will.

Auch kulinarisch handhaben die Australier ihre Grillevents etwas anders als wir. Vornehmlich liegt das an den exotischen Fleischsorten, die ihnen dort zur Verfügung stehen. So landen auf dem australischen Grillrost viel Strauß, Fisch und mancherorts sogar Krokodil. Genüsse, denen wir hier in Deutschland viel zu selten frönen.

Europa – Was treiben eigentlich unsere europäischen Nachbarn?

Und natürlich grillen auch unsere europäischen Nachbarn nicht alle wie wir Deutschen. Vor allem in den südlichen Gefilden steht das Grillen auch immer im Zeichen regionaler Spezialitäten. Dank des Internets und der ausgezeichneten europäischen Infrastruktur bedeutet das aber nicht, dass diese Leckerbissen auch heute noch nur den spezifischen Regionen vorbehalten sind!

Schaut man nur ein paar Landesgrenzen weiter auf unsere Nachbarn am Mittelmeer, entdeckt man viel Fisch und Meeresfrüchte auf dem Grillrost. Wer glaubt, dass sich das von unserer Norddeutschen Küche nicht allzu sehr unterscheiden kann, der irrt. Während natürlich auch an Nord- und Ostsee der Fisch ho0hen Stellenwert hat, wird man von der Nahrungsvielfalt am Mittelmeer beinahe übermannt.

Und das Beste: Jedes kleine Dorf an der Küste scheint eine ganz besondere Zubereitungsweise zu haben, die gerne auch mit Touristen geteilt wird. Generell ist die Gastfreundschaft dort eine gesellschaftliche Pflicht, die auch Kurzurlaubern ermöglicht sich durch die leckeren Gerichte Südeuropas zu probieren.

Schaut man in den Osten, findet man auch allerlei leckeres Grillgut. Besonders die dort stark vertretene Wurstkultur wird uns Deutschen zusagen. Das Essen in Osteuropa ist deftig und wartet überraschenderweise mit ausgefallenen Geschmacksnoten auf – ein Umstand, den man so nah an den eigenen Landesgrenzen nicht erwartet hatte. Auch die Beilagen, die dort nicht immer unbedingt auf dem Gasgrill zubereitet werden, haben es in sich.

Während hierzulande Kartoffelsalat und Kräuterbaguette beliebte Ergänzungen sind, könnte man sich in vielen östlichen Ländern vermutlich auch nur von den Beilagen ernähren. Und zwar, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen.

Hähnchenspieße mit Gemüse - gern auf Grillplatten in Europa gesehen

Hähnchenspieße mit Gemüse – gern auf Grillplatten in Europa gesehen

Ein Fazit – Sind wir Deutschen wirklich Grillmeister?

Auf diese Frage kann man mit einem klaren Ja antworten. Nicht etwa jedoch, weil unsere Speisen vom Gasgrill besser schmecken oder wir die geselligeren Runden bilden. Stattdessen ist jedes Land, in der das Garen über der Flamme eine Tradition hat, irgendwo auch ein Grillmeister.

Schließlich kann jede Nation in einem Teilbereich des Grillens ganz besonders punkten. Sei es das beinahe festliche Grillen in Argentinien, das öffentliche Spektakel in Australien oder die bunte Nahrungsvielfalt der Mittelmeerländer.

Viel mehr als „unser“ Grillen also mit dem Grillen der internationalen Nachbarn zu messen, sollte jeder einzelne das in seine Grillkunst integrieren, was ihm an anderen Kulturen am meisten zugesagt hat. Dabei ist ganz egal, ob es sich um ein ausgefallenes Rezept oder ein übernommenes Lebensgefühl handelt. Grillen kann verbinden – und das nicht nur mit Nachbarn und Freunden.


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